Neue Abhängigkeiten? Externalisierung des Migrationsmanagements der EU
Die deutsch-französische Zukunftswerkstatt
Am 12. Juni 2026 ist ein wesentlicher Teil des Europäischen Pakts für Migration und Asyl in Kraft getreten. Es erlaubt u.a. die Einrichtung von sogenannten ‚Return-Hubs‘ durch Abkommen mit Ländern außerhalb der EU. Handelt es sich um einen großen Wurf? Oder bedeutet es vielmehr einen Einschnitt für die Rechte schutzsuchender Menschen und neue Abhängigkeiten von Staaten außerhalb der EU?
Beim deutsch-französischen Dialog am 2. Juli 2026 haben sich drei Expertinnen aus Deutschland, Frankreich und Italien mit diesen Fragen beschäftigt – und waren sich einig: Eine gute Migrationspolitik hat eine längerfristigere Perspektive.
Alte und neue Erwartungen an das Gemeinsame Europäische Asylsystem: unvollständige Lastenverteilung und Mangel an strategischer Harmonisierung
Das GEAS (Gemeinsames Europäisches Asylsystem) gibt es seit den 2000er-Jahren, als die Abschaffung von Grenzkontrollen innerhalb des Schengenraums eine Harmonisierung erforderlich machte – wenngleich dies bisher nicht erreicht wurde, wie Dr. Domenica Dreyer-Plum (RWTH Aachen), einführend erklärte. Die Krise von 2015 habe zusätzlich gezeigt, wie überfordert die Aufnahmestaaten vielmehr seien. Das nun beschlossene Paket habe durch die Zusammenlegung von Grenz- und Asylpolitik einen Paradigmenwechsel vollzogen und sei darüber hinaus mit dem Anspruch verbunden, Verfahren stärker an die Außengrenzen zu verlagern.
Die italienische Regierung blicke mit großem Optimismus auf die Reform des GEAS, so Dr. Chiara Marchetti, (Universität Mailand). Das Engagement zivilgesellschaftlicher Akteure hingegen seien durch die Umsetzung der neuen Regelungen mittels einer Notverordnung nicht berücksichtigt worden. Die Regierung zeige sich grundsätzlich zufrieden mit der Reform: Es seien einige der italienischen Forderungen – darunter etwa die Einbindung von Drittstaaten sowie stärkere Beiträge anderer Länder – gehört worden. Zugleich nimmt Dr. Marchetti jedoch an, dass der Optimismus der Regierung überzogen sei. Sie befürchtet sogar einen Anstieg der Migrationsströme aufgrund der neuen Verordnung.
Beide Expertinnen weisen darauf hin, dass die Solidarität zwischen den Mitgliedstaaten als auch die Bereitschaft, Migranten aufzunehmen, seit Beginn der 2000er Jahre auf einem Tiefpunkt angelangt ist. Während heute jährlich etwa 300.000 Asylanträge registriert werden, wurden im Jahr 2009 9 Millionen Einwanderer aufgenommen. Diese Zahl reflektiere aber keine gelungene Abschreckungspolitik, sondern eine Erhöhung der Zahl an Menschen, die aus nicht-EU-Ländern kommen, aber kaum Aussichten auf Asyl oder eine Arbeitserlaubnis hätten, so Prof. em. Dr. Catherine Wihtol de Wenden von Sciences Po Paris (Center for International Studies).
Mit Blick auf die französische Regierung führt sie aus, dass diese im Bereich der Migrationspolitik unter enormem Druck der Rechten und extremen Rechten stehe. Obwohl Frankreich deutlich weniger Geflüchtete aufgenommen habe als Deutschland, fokussiere sich die Debatte tendenziell eher auf Krisennarrative und werde auch die kommende Präsidentschaftswahl 2027 prägen. Diese Fokussierung auf reine Zahlen könnte jedoch langfristig die politische Glaubwürdigkeit beeinträchtigen: Von den vom Innenminister für 2024 angekündigten 100% Rückführungen werden in Wirklichkeit nur 11 % tatsächlich umgesetzt. In der Zwischenzeit fördert sie eine kurzsichtige Migrationspolitik, die die praktischen Herausforderungen außer Acht lässt und keine wirksame Rückführungspolitik ermöglicht. D. Dreyer-Plum kritisierte ebenso die bevorzugte Strategie der Regierungen, ihre Politik an Umfragen anstelle von wissenschaftlichen Erkenntnissen auszurichten.
Herausforderungen aus der Praxis: Kosten-Nutzen, Migrationspolitik als Sündenbock, Gefahr der Instrumentalisierung durch Russland…
Die Migrationssteuerung befindet sich in einer Zwickmühle zwischen der Genfer Konvention zur Achtung der Menschenrechte sowie den Grundwerten der EU und der Praxis in den Rückführungszentren. Dort nämlich werde die Achtung der Menschenrechte gefährdet, so Catherine Wihtol de Wenden am Beispiel heute schon existierenden CRA (Centres de rétention administrative) in Frankreich. Dort werden Personen, die weder abgeschoben noch einen Aufenthaltstitel bekommen können, mittlerweile bis zu 36 Monate festgehalten. Die neue Einwanderungsverordnung droht dieses Problem noch zu verschärfen, da die Souveränität von Drittstaaten in den „Rückführungszentren“ vollständig gewahrt bleibt. Eine erhebliche Schwächung der Menschenrechte befürchtet Dr. Marchetti bei der potenziellen zukünftigen Aufnahme schutzsuchender Menschen in Drittstaaten, in denen sich rechtsstaatliche Prinzipien nicht kontrollieren ließen.
Welche weiteren Herausforderungen bei Rückführungszentren in Drittstaaten in der Praxis zu erwarten sind, führte Dr. Marchetti am Beispiel der italienischen Erfahrung mit Zentren in Albanien aus. Zugleich sei es schwierig, an vertrauenswürdige Informationen aus den Asylzentren zu gelangen. Das vermehrte Abtauchen von Geflüchteten aus Angst vor den Zentren in Albanien gehe unweigerlich mit einer großen Vulnerabilität Geflüchteter, der Gefahr der Ausbeutung sowie einer erschwerten Unterstützungsarbeit durch zivilgesellschaftliche Akteure einher. Sie betont, dass die Abschreckungspolitik die Angst und das Risiko für Migranten erhöht, sich in gefährliche Situationen zu begeben, oder illegale Fluchtrouten zu wählen: Diese Menschen sind dann besonders gefährdet, ohne dabei den Migrationsstrom einzudämmen. Auch sei mit einer weiter steigenden Gefahr der Instrumentalisierung von Migrationsströmen durch Russland zu rechnen.
Neben steigenden Kosten und rechtlichen Problemen wurden von den Expertinnen Verwaltungsprobleme hervorgehoben. Dr. Marchetti äußerte Kritik an der sehr langen Dauer der Verfahren in den Asylzentren. Dr. Dreyer-Plum wies auf hohe bürokratische Hürden bei der Integration hin. Ferner hob Prof. em. Dr. Wihtol de Wenden hervor, dass nicht einmal innerhalb der europäischen Ländern selbst Konsens bezüglich der Ausrichtung der Migrationspolitik bestehe: in der EU, Neuankommende aus Länder, aus denen weniger als 20% der Bevölkerung in einem EU-Mietgliedstaat Asyl erhalten, haben nur sehr geringe Chancen, Asyl zu bekommen.
Wie könnte und sollte es weitergehen? Neben Kritik und Forderungen gab es aber auch ein Positiv-Beispiel.
Dennoch gibt es eine andere Lösung als die Gewöhnung an dieses menschliche Drama, betonen die drei Referentinnen. Prof. em. Dr. Wihtol de Wenden forderte einen langfristig ausgerichteten Blick in der Migrationspolitik, der etwa die demografischen Veränderungen berücksichtige und in der zudem den Menschenrechten eine Priorität zukomme. Dazu müsste es gelingen, die Migrationspolitik aus einer breiteren Perspektive zu diskutieren, ohne sich auf das Asylrecht zu beschränken, sondern politische Rahmenbedingungen für Arbeitsmigration zu entwickeln. Am Beispiel Spaniens pflichtet Domenica Dreyer-Plum dieser Sichtweise bei: Eine der Lösungen wäre, mit einem System der Probezeit und anschließender Visumsverlängerung mehr Menschen einen Status ein Arbeitsmigrant*in zu ermöglichen. Dadurch ließe sich die von Catherine Wihtol de Wenden beschriebene aktuelle Situation der „strange bedfellows“ vermeiden: Akteure unterschiedlicher politischer Richtungen verteidigen dieselben Reformen– nicht aufgrund gemeinsamer Interessen oder Werte, sondern weil jeder davon profitieren würde. Während sich etwa Arbeitgeber stark für Einwanderung aussprächen, trete die Sozialfürsorge oftmals kritischer gegenüber Einwanderungspolitik auf.
Ein erster Schritt wäre also, strategischer und weitsichtiger beim Umgang mit Migration zu denken. Derzeit werde Migration häufig als „Sündenbock” für andere Probleme genutzt, was zu einer Überladung der Migrationspolitik führe. Die drei Rednerinnen rufen dazu auf, die politische Heuchelei hinter sich zu lassen und als Weltgemeinschaft Verantwortung zu übernehmen. Sich auf die nationalen Richter zu stützen, die für die Einhaltung der Genfer Konvention sorgen, oder die Aufnahme durch humanitäre Visa auszuweiten, wie dies im Falle des Krieges in der Ukraine geschehen ist, wären Lösungen, die ein effizienteres Migrationsmanagement ermöglichten. Als optimistisches Fazit äußerte Dr. Dreyer-Plum leichte Zuversicht bezüglich der europäischen Asylagentur, die dazu beitragen könne, dass sich die Anerkennungsquoten der Länder einander annähern und damit zu einer Harmonisierung beitragen könne.
Für diese spannenden Einblicke bedanken wir uns herzlich bei den Expertinnen. Wir danken außerdem dem Moderator Andreas Noll sowie allen Teilnehmenden für die gelungene Veranstaltung und die interessierten Fragen an die Panelistinnen.
Der deutsch-französische strategische Dialog wird ausgerichtet vom Institut français Bonn, dem Center for Advanced Security, Strategic and Integration Studies (CASSIS) sowie dem Centre Ernst Robert Curtius (CERC) an der Uni Bonn unter Beteiligung der Bonner Hochschulgruppe für Außen- und Sicherheitspolitik (BHAS) mit freundlicher finanzieller Unterstützung durch die Fritz Thyssen Stiftung für die Wissenschaftsförderung.
Le 12 juin 2026, le Pacte européen sur la migration et l’asile est entré en vigueur. Il autorise notamment la mise en place de « Return hubs » dans le cadre d’accords conclus avec des pays tiers. Entre progression de la coordination européenne et risque de recul des droits des personnes en quête de protection, quelles nouvelles dépendances ce règlement crée-t-il vis-à-vis d’États hors de l’UE ?
Lors du dialogue franco-allemand du 2 juillet 2026, trois expertes venues d’Allemagne, de France et d’Italie se sont penchées sur ces questions – et sont parvenues à un consensus : une bonne politique migratoire s’inscrit dans une perspective à plus long terme.
Une réforme de plus ? Evolution des attentes vis-à-vis du régime commun d'asile européen, au défi de la répartition des charges et de l’harmonisation stratégique
Le système commun d’asile européen (CEAS) existe depuis les années 2000, lorsque la suppression des contrôles aux frontières au sein de l’espace Schengen a rendu nécessaire une harmonisation politique – même si celle-ci n’a pas encore été atteinte à ce jour, comme l’explique en introduction Domenica Dreyer-Plum (université d’Aix-la-Chapelle). La crise de 2015 a en outre montré à quel point les pays d’accueil étaient en réalité débordés. Les mesures récemment adoptées opèrent à ce titre un changement de paradigme, puisqu’elles fusionnent les politiques frontalières et d’asile, et s’accompagnent d’une volonté de délocaliser davantage les procédures. Le gouvernement italien envisage la réforme du (CEAS) avec un optimisme démesuré, explique Chiara Marchetti (université de Milan), alors que l’engagement des acteurs de la société civile n’a pas été pris en compte dans la mise en œuvre des nouvelles réglementations par le biais d’un décret d’urgence. Si le gouvernement se montre globalement satisfait de la réforme –certaines des revendications italiennes, parmi lesquelles l’implication des pays tiers ainsi qu’une contribution accrue des autres pays – ont été entendues, la professeure craint même une augmentation des flux migratoires stationnés en Italie.
Les deux expertes soulignent que la solidarité entre les États membres, tout comme la volonté d'accueillir des migrants, a atteint son niveau le plus bas depuis le début des années 2000. Alors qu'environ 300 000 demandes d'asile sont aujourd'hui acceptées chaque année, 9 millions d'immigrés ont été accueillis en 2009. Ce chiffre n’est cependant pas le reflet d’une politique de dissuasion réussie, souligne Catherine Wihtol de Wenden (Sciences Po Paris), mais la conséquence d’une augmentation du nombre de personnes provenant de pays hors UE qui ne remplissent ni les conditions de l’asile ni celles d’un permis de travail. En France, le gouvernement subit une pression énorme de la part de la droite et de l’extrême droite en matière de politique migratoire, explique-t-elle. Bien que la France ait accueilli nettement moins de réfugiés que l’Allemagne, le débat a tendance à se concentrer davantage sur les discours alarmistes et risque d’avoir une grande influence sur l’élection présidentielle à venir en 2027. Cette logique de chiffres pourrait toutefois nuire à long terme à la crédibilité politique : sur l’objectif de 100 % de retours annoncés par le ministre de l’Intérieur français pour 2024, seuls 11 % seront effectivement mis en œuvre. C’est alors une politique migratoire à court terme qui est mise en œuvre, qui ne tient pas compte des défis concrets et ne permet pas de mettre en place une politique de retour efficace, comme le critique Domenica Dreyer-Plum, qui fustige une stratégie gouvernementale de réponse aux sondages plutôt qu’une politique fondée sur des données scientifiques.
De la théorie à la pratique : leçons du terrain, entre écueils juridiques, répartition des coûts, lourdeurs administratives et conséquences pour le respect des droits humains
La gestion des migrations et son externalisation pose ainsi des problèmes juridiques, entre, d’un côté, respect de la Convention de Genève relative au respect des droits de l’homme et accord avec les valeurs fondamentales de l’UE et, de l’autre côté, conditions concrètes de détention des personnes dans les « Return hubs ». Le respect des droits de l’homme est y est en effet menacé, comme le rappelle Catherine Wihtol de Wenden en citant l’exemple des CRA (centres de rétention administrative) qui existent déjà en France. Dans ces centres, les personnes qui ne peuvent être ni expulsées ni obtenir de titre de séjour sont désormais détenues pendant une durée pouvant aller jusqu’à 36 mois. Le nouveau règlement sur l’immigration risque d’aggraver encore ce problème à l’échelle européenne, car la souveraineté des pays tiers est pleinement préservée au sein des « centres de rétention ». Chiara Marchetti craint ainsi un affaiblissement considérable du respect des droits de l’homme puisque les principes de l’État de droit ne pourraient pas être contrôlés.
D’autres défis auxquels il faut s'attendre dans la pratique concernant les centres de retour situés dans des pays tiers sont cités par les trois intervenantes.
Chiara Marchetti s'appuie sur l'exemple de l'expérience italienne avec les centres en Albanie, leurs coûts, et l’entrée en illégalité croissante des réfugiés, motivée par la crainte de ces centres. Ce phénomène s’accompagne d’une grande vulnérabilité des réfugiés, d’un risque d’exploitation ainsi que d’un travail d’accompagnement rendu plus difficile pour les acteurs de la société civile. Elle souligne que la politique de dissuasion accroît la peur et le risque pour les migrants de se retrouver dans des situations dangereuses ou d’opter pour des itinéraires de fuite illégaux : ces personnes sont alors particulièrement exposées, sans que cela permette pour autant d’endiguer le flux migratoire. Par ailleurs, il est difficile d’obtenir des données fiables provenant de ces centres d’asile, indique-t-elle. Les panélistes alertent également sur une augmentation continue du risque d’instrumentalisation des flux migratoires par la Russie.
Outre la hausse des coûts et les problèmes juridiques, les expertes ont mis en avant des difficultés administratives. Chiara Marchetti critique la très longue durée des procédures dans les centres d’accueil pour demandeurs d’asile. Domenica Dreyer-Plum renchérit en soulignant les obstacles bureaucratiques importants qui entravent l’intégration. Par ailleurs, Catherine Wihtol de Wenden rapelle qu’il n’existe pas de consensus au sein des Etats-membres quant à l’orientation de la politique migratoire : dans les pays de l’UE où moins de 20 % des ressortissants d’un Etat obtiennent l’asile, les demandeurs d’asile du même Etat n’ont que très peu de chances de se voir accorder l’asile.
Perspectives et alternatives pour l’avenir, vers une harmonisation stratégique et une vision sur le long-terme, grâce à une politique migratoire décorrelée de la politique d’asile
Plutôt que de s’habituer à un drame humain comme celui des décès dans la Manche, d’autres solutions existent déclarent les trois panélistes. Catherine Wihtol de Wenden appelle à adopter une vision à long terme de la politique migratoire, qui tienne compte, par exemple, des changements démographiques et accorde en outre la priorité aux droits de l’homme. Pour cela, il faudrait parvenir à aborder la politique migratoire dans une perspective plus large, sans se limiter au droit d’asile, mais en développant un cadre politique et juridique pour les migrations de travail, affirme-t-elle. En prenant l’exemple de l’Espagne, Domenica Dreyer-Plum partage ce point de vue : l’une des solutions consisterait à permettre à davantage de personnes d’obtenir le statut de travailleur migrant grâce à un système de période d’essai suivie d’une prolongation de visa. Cela permettrait d’éviter la situation actuelle décrite par Catherine Wihtol de Wenden, celle des « strange bedfellows » : des acteurs de différentes tendances politiques défendent les mêmes réformes, non pas en raison d’intérêts ou de valeurs communes, mais parce que chacun y trouverait son compte. Alors que les employeurs, par exemple, se prononcent fortement en faveur de l’immigration, les acteurs de la société civile plutôt en faveur d’un accueil élargi se montrent souvent plus critiques à l’égard de la politique d’immigration en raison des conditions d’accueil.
Une première étape consisterait donc à adopter une approche plus stratégique et de plus long terme en matière de migration. Actuellement, la migration sert souvent de « bouc émissaire » pour d’autres problèmes, ce qui conduit à une surcharge de la politique migratoire. Les trois intervenantes appellent à mettre fin à l’hypocrisie politique et à assumer les responsabilités qui vont de pair avec la constitution d’une communauté internationale mondialisée. S’appuyer sur les juges nationaux chargés de veiller au respect de la Convention de Genève, ou étendre l’accueil par le biais de visas humanitaires, comme cela a été le cas lors de la guerre en Ukraine, seraient des solutions permettant une gestion plus efficace des migrations. En guise de conclusion optimiste, Domenica Dreyer-Plum se montre plutôt confiante envers le travail de l’Agence européenne pour l’asile (AUEA), qui pourrait contribuer à rapprocher les taux de reconnaissance des différents pays et ainsi favoriser une harmonisation.
Nous remercions chaleureusement les expertes pour ces perspectives très enrichissantes, ainsi qu’Andreas Noll pour la modération et les étudiants du Groupe universitaire de Bonn pour la politique étrangère et de sécurité (BHAS), qui ont également contribué à ce compte rendu.
Le dialogue stratégique franco-allemand est organisé par l'Institut français de Bonn, le Center for Advanced Security, Strategic and Integration Studies (CASSIS) ainsi que le Centre Ernst Robert Curtius (CERC) de l'université de Bonn, et grâce au généreux soutien financier de la Fondation Fritz Thyssen pour la promotion des sciences.